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Der Krautbund an Maria Himmelfahrt am 15. August

Jedes Jahr im Hochsommer ist es an der Zeit, Schutzkräuter ins Haus zu holen - Kräuter die das ganze Jahr zu verschiedenen Zwecken verwendet werden.

Ein uralter Brauch, der durch das hohe Interesse vieler naturinteressierter Menschen und der Rückbesinnung auf natürliche Würz- und Heilpfanzen wieder Beachtung findet.

Der 15. August ist vielerorts noch heute ein heiliger Festtag, der Tag an dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde.

An diesem Tag werden seit dem Mittelalter Kräuter gesegnet, die später getrocknet, zu bestimmten Heil- und Segenszwecken, aber auch als Unheil verhütende Mittel eingesetzt wurden.

Wie man heute weiß, sind die Ursprünge solcher Segnungen und Rituale viel älter und gehen bis ins Heidnische zurück.

Wozu brauchte man den Kräuterbund?

Im Volksglauben waren alle heilbringenden Wirkungen der Kräuter in diesem Krautbund zusammengefasst.

Bei folgenden Gelegenheiten wurden Sie verwendet:

  •   Bei starken Gewittern mit Hagel
  •   Räucherungen in den Rauhnächten
  •   Tiere bekamen etwas in das Futter
  •   Kindern wurde etwa in die Wiege gelegt
  •   Eheleuten ins Bett
  •   Gegen Krankheiten
  •   Sterbende wurden damit gesegnet
  •   Toten wurden Ästchen in den Sarg gelegt
  •   Bei Hausneubauten unter die Türschwelle
  •   Einige Zweige trug man unter der Kleidung

Es kamen auch Zweige unter die Obstbäume, ins Getreide, an Haus- und/oder Stalltüren. An die Hühner wurden einige Körner verfüttert und die Bauersleute mischten sich  die Körner der verschiedenen Getreidesorten ins Essen.

Kräuter des Oberbergischen Krautbundes:

      Rainfarn
      Getreide
      Schafgarbe
      Beinwell
      Beifuß
      Kamille
      Wasserhanf
      Minze
      Dost
      Johanniskraut

Quelle: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde
Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt im Rheinland von A. Döring
Rheinische Volksbotanik, J. Niessen 1937